Die besuchten Weingüter auf unserer Reise nach Umbrien

Il Palazzone bei Orvieto

Das Gasthaus Palazzone ist ein gutes Beispiel von einem Widerspruch. Es ist eine der ältesten Gastwirtschaften Italiens: Es war im XIII Jahrhundert eine Herberge für Pilger, während es heute eine moderne, minimalistische und nach skandinavischem Design eingerichtete Landresidenz ist, wo sich antike Tradition und moderner Geist in einer perfekten Verbindung treffen. Außerdem befindet sich dieser mittelalterliche Palast in den Weinbergen des Weinbetriebs Palazzone, der eine der Luxusweinkellereien in Orvieto ist und vollmundige und körperliche Weine ausgezeichneter Qualität produziert. Von hier kann man eine wunderschöne und einzigartige Sicht auf die nahen Hügel bewundern. Das Gasthaus ist ein ruhiger Ort, der in der asketischen Atmosphäre des umliegenden prächtigen Hügellandes eingebettet ist.

Auf sandigen und sedimenthaltigen Böden mit einem atemberaubenden Blick zum Berg von Orvieto wurden 25 Hektar Weinreben eingepflanzt um grossartig und komplexe Weine mit starkem Charakter herzustellen. Die seit den 80er Jahren unter der Leitung von Giovanni und Lodovico Dubini in kleinen Mengen produzierten Weine und die damit einhergehenden Erfahrungen haben es ermöglicht, im Jahr 1988 die heutige Kellerei zu eröffnen. Seither ist Palazzone eine der bedeutendsten Weinkeller für umbrische Weine geworden.

Spannend sind einige neue Kreationen wie zum Beispiel Musco – ein nach alter Tradition hergestellter Weisswein mit Mazeration auf den Traubenschalen.

Das Weingut Palazzone bei Orvieto
Verkostung Palazzone
Weinverkostung bei Colle Ciocco in Montefalco
Wanderfuehrerin in Umbrien

Weingut Colle Ciocco bei Montefalco

Colle Ciocco ist der Ortsname des Hügels vor den Toren von Montefalco, auf dem sich die Weinkellerei befindet. Der Hügel ist von Bergen umgeben, an deren Hängen die Orte Spello, Assisi, Perugia und Spoleto liegen. Das Tal wird vom Fluss Clitunno durchzogen und ist durchsetzt von antiken, mittelalterlichen Türmen, Burgen und der Kunst ergebenen Städten. Eingefügt in eine Kulisse von Eichen- und Steineichenwäldern, deren Farben mit jeder Jahreszeit wechseln, ist Colle Ciocco mit Olivenbäumen und Rebstöcken bedeckt. Am Osthang, vor dem Hintergrund des weiten Himmels, tauchen die rosafarbigen Mauern von Montefalco auf.

Der Agrarbetrieb wurde von Settimio Spacchetti im Jahre 1935 gegründet. Anfang der neunziger Jahre ging die Betriebsleitung von Settimio auf seine Söhne Lamberto und Eliseo über. Die ganze Anlage ist nach den neuesten Erkenntnissen der Weinbereitung konzipiert worden. Heute besitzt der familiengeführte Agrarbetrieb neunzehn Hektare eigener Weinberge: Sagrantino und andere Rotweintrauben sowie mehrere Hektar Olivenhaine. Mittlere Höhe der kalkhaltigen und kieshaltigen Böden ist 400 Meter über dem Meeresspiegel. Die Weinkellerei produziert folgende Weine: “Sagrantino” (trocken und als Dessertwein), “Montefalco Rosso”, “Bianco Clarignano” und “Bianco Tempestivo”.

Der Olivenhain erstreckt sich auf steinigem, durchlüftetem und sonnigem Boden. Die Olivensorten sind: Moraiolo (80%), einige Bäume sind mehr als hundertjährig, Frantoio (15%) und Leccino (5%); Gesamtzahl der Bäume ist 3000. Die Olivenlese beginnt in den letzten Oktobertagen und die Oliven werden handgepflückt. Die Oliven, in Kisten gelegt, damit die Steinfrüchte belüftet bleiben, werden innerhalb von 24 Stunden nach der Ernte kalt gepresst. Die Auslese des Extravergine Olivenöls, “Olio di Montefalco“ genannt, sind: Fiore, Fruttato e Gentile.

Pardi in Montefalco

Cantina Fratelli Pardi – die Fortführung der Tradition

“Unsere Weine haben ihre ganz eigene Persönlichkeit. Jeder Jahrgang ist einzigartig und anders als die anderen und uns liegt viel daran, der Natur besonderen Respekt entgegenzubringen, ohne unsere Produkte in irgendeiner Weise zu manipulieren oder einzuzwängen. Wir glauben mit aller Kraft an unser Territorium, an seine Kultur und seine Weinanbautradition. Das möchten wir der Welt mitteilen – mittels unseres Weines, der in der Lage sein sollte, unsere Werte zu vermitteln. ”

Alberto Mario Pardi

Unsere Geschichte beginnt 1919 als die Brüder Alfredo (1880-1953), Francesco (1882-1965) und Alberto Pardi (1889-1943) die Kellerei gründen. Sie befand sie einst im Erdgeschoss des Ospedale San Marco und gehörte so zum Kirchenkomplex von San Francesco in Montefalco.

In jener Zeit wurden eigene und zugekaufte Trauben verwendet. Es wurden sowohl weisse als rote Weine hergestellt aber bereits in dieser Zeit wurde dem Sagrantino grosse Bedeutung beigemessen, der damals ausschliesslich als Süsswein vinifiziert wurde. Der Wein wurde in ganz Umbrien verkauft und manchmal auch im Vatikan.

Seit 2002, führen die Urenkel dieser Generation Francesco, Gianluca Rio und Alberto Mario das Weingut weiter immer noch mit der gleichen Filosofie, die die Tradition der Familie mit viel Liebe fortsetzt.

Diego Calcabrina – biodynamischer Wein und Ziegenkäse

Die Fattoria Calcabrina, ist in ganz Italien (selbst bei uns in Ligurien!) unter Kennern für ihre feinen Ziegenkäse und die guten Weine bekannt. Die beiden Inhaber Angelo und Diego haben sich der biodynamischen Landwirtschaft aus voller Leidenschaft verschrieben und geben diese ohne Pathos und voller Lebensfreude an ihre Besucher weiter.


„Ich bin Bauer aus Berufung, ich bin nicht als solcher geboren. Ich habe keine starken Maschinen und ich habe nicht genügend Land und auch nicht genügend Resourcen. Für mich, nach 10 Jahren Büroarbeit, ist das Jahr 2011 wie eine Wiedergeburt gewesen. Ich habe ein kleines Töchterchen mit roten Locken bekommen, die schon für sich genommen ein Zeichen sind. So habe ich beschlossen, die alten Gespenster zu verlassen und mich ausschliesslich meinem Land, meiner Familie und meinen Tieren zu widmen. Der Rest kommt von selbst. Ich kann nur sagen: es hat mir die Augen geöffnet, ich habe verstanden, welche Bedeutung die Ernährung für die Gesundheit von Geist und Körper hat und genau das bemühe ich mich, der Welt zu vermitteln.“

– Diego Calcabrina in einem Interview, warum er sich für biologische Landwirtschaft entschieden hat 

Agricola Romanelli

Auf dem Hügel von Montefalco, im Herzen Umbriens, umgeben von Weinbergen und Olivenhainen, pflegt und bewahrt die Familie seit drei Generationen, was uns die Natur so großzügig geschenkt hat. Wir arbeiten, weil der Wein und das Öl, das wir produzieren, die Vorzüglichkeit der einzigartigen Eigenschaften der Böden, Pflanzen und Mikroklimas hervorheben, die in unserem Ökosystem zusammenwirken. Aus diesem Grund betreiben wir eine Landwirtschaft, die auf die Bedürfnisse des Territoriums und die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts, das unsere Umwelt charakterisiert, achtet. So entstehen unsere kalt gepressten Öle aus kontrolliert biologischem Anbau, besonders ausgewogen und reich an antioxidativen Substanzen. Ebenso produzieren wir unsere Weine nur aus eigenen Weinbergen, die komplex und strukturiert unsere Geschichte, unser Territorium und unsere Arbeit ausdrücken. So entstanden die beiden Projekte „Romanelli Natura“ und „Romanelli Turismo“ als Zeugen der von uns verfolgten Agrarphilosophie. Romanelli Natura ist ein landwirtschaftliches Öko-Nachhaltigkeitsprojekt, das entwickelt wurde, um einen wichtigen Beitrag zur biologischen Vielfalt und zum Umweltschutz zu leisten, beispielsweise durch die Installation künstlicher Nester in den Weinbergen. Romanelli Turismo ist das „Eno-Tourismus“ -Projekt, das mit der produktiven Tätigkeit verbunden ist und auf das Konzept des Ökotourismus setzt.

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